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Zuwendungsorientierte, stark frequentierte Praxen werden mit dem Wirksamwerden des EBM zum 01.04.2005 durch die Plausibilitätsprüfung von Zeitstrukturen und der ICD-Diagnose-Verschlüsselung in eine Diagnostik- und Zeitfalle tappen.
Der neue EBM schreibt als Durchschnittswert einer Patientenberatung 10 Minuten vor. Die-se Zeit wird mit Sicherheit bei der Diagnose chronischer existentieller Krankheitsbilder und bei akutmedizinischer Abklärung benötigt.
Die Tagesplausibilität von 720 Minuten oder die Quartalsplausibilität von 780 Stunden wird so zum Konfliktfaktor bei hohen Fallzahlen.
Patienten mit Gesundheitsstörungen, die der Arzt seit Jahren kennt und bisher regelmäßig 2 bis 3 x pro Quartal betreut, brauchen den Zeitaufwand der Unterstützung und Diagnostik nicht. Vom EBM ist die Diagnostik und Betreuung von Menschen, die Liebe und Zuwen-dung beim Arzt suchen, nicht vorgesehen. Eine zentrale Einnahmequelle stark frequentier-ter Praxen war aber die Betreuung von Menschen mit psychosomatischen Bedürfnissen.
Zuwendungsleistungen werden sich in Zukunft durch die Zeitvorgaben nicht mehr als abre-chenbare Indikation darstellen lassen. Vielmehr erwartet der Gesetzgeber indirekt (ICD kontrolliert) die Aussage des Arztes:
"Lieber Patient, durch die kontinuierliche Betreuung in der Vergangenheit sind sie wieder so gut hergestellt, dass ein Kontrolltermin erst in 6 bis 9 Monaten - statt wie bisher 2x pro Quartal - zielführend ist !"
Dies ist die Chance für die Überführung eines beachtlichen Teils von bisher über die KV abgerechneten Gesundheitsstörungen in den Leistungssektor der Eigenverantwortung.
Statt auf die bisher abgerechnete "Gesundheitsstörung" abzustellen, gilt es jetzt zu prüfen, ob der Arzt sich im Gespräch - ohne es über die KV abzurechnen - dem Gewichts-, Bewe-gungs- und Stressproblemen des Patienten als eigenverantwortlicher Bürger zuwendet. Somit könnte die bisherige Frequenz der Kontakte weiter aufrecht erhalten werden; nun-mehr auf der Basis einer IGeL-Leistung. 30 bis 40 % der Patienten ließen sich so umstel-len. Ein Teil der Patienten wünscht aber wie bisher die Zuwendung und das Zuhören des Arztes als kostenlose Kassenleistung. Diese führt aber den Arzt in die Zeitfalle der Tages-plausibilität.
Der Konflikt muss als Chance für Arzt und GKV gesehen werden, Patienten mit IGeL-Leistungen vertraut zu machen, die auch Liebe und Aufmerksamkeit sicherstellen.
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