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Die Antwort auf die Krise im ambulanten Gesundheitswesen Wehrhafte, lokale marktführende, fachgleiche unternehmerische überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft und deren Dachorganisationen als Direktvertragspartner der Krankenkassen




H.-J. Schade
Rechtsanwalt

Zur Zeit befindet sich die Ärzteschaft in einer totalen Umbruchphase.

Der Gastroenterologe Dr. Munte, KV-Chef in Bayern, formuliert:

"Wir müssen das System so ausbauen, dass die besten Ärzte das meiste Geld bekommen!"

Dies geht nur dadurch, dass sich Gemeinschaften der besten Ärzte - arbeitsteilig und unternehmerisch verbunden - lokal im Rahmen einer oder verwandter Fachrichtungen zusammenschließen und den Krankenkassen auf der Basis - gerade auch qualitativer Ausrichtung - im Wege von Direktverträgen die regionale Versorgung anbieten. Da es für diese Ärzte im Direktvertrag keine Fallzahlbegrenzung gibt, kann auch die unseelige Wartezeit für Patienten schnell und erfolgreich abgebaut werden. Der ärztliche Nachwuchs wünscht keine kleinteilige breit versorgend aufgestellte Einzelpraxis. Somit ist die strategische Marktentwicklung vorprogrammiert. Überörtliche fachgleiche Sozietäten mit zentralen Gesundheitsimmobilien und Schichtsystemen als Servicedienstleister, denen sich die anderen Standorte der Sozietät bedient, bieten dem Nachwuchs optimale Arbeitsbedingungen im Schichtsystem.

Eine enge Zusammenarbeit mit führenden Fachabteilungen von Krankenhäusern sichern eine optimale personale Verflechtung mit dem stationären Sektor. Eine mit den Krankenkassen abgesprochene leitlinienorientierte Versorgung mit Prozess und Ergebnis orientiertem Qualitätsmanagement sichert beste Medizin zu guten Honoraren. In diesem Konzentrationsprozess der nächsten sechs Jahre wird ca. 20 % der niedergelassenen Ärzteschaft ausscheiden. Diese Ausdünnung findet statt, weil Praxisabgaben aufgrund ihrer nicht mehr zeitgemäßen Struktur vom ärztlichen Nachwuchs nicht mehr als Existenzgrundlage akzeptiert werden.

Die Berufsausübungsgemeinschaften fachgleicher Leistungsträger können ohne jeden Konflikt eine entsprechende 20%ige Fallzahlsteigerung oder mehr durch eine bessere Personalsteuerung auffangen. Hier entsteht ein wesentlich höherer betriebswirtschaftlicher Ertrag, weil sich von den Fixkosten primär nur Personalkosten wie auch unvermeidliche Sachkosten noch auswirken.

Solche Entwicklungen können allerdings nicht im EBM-System der KV stattfinden, weil dort durch die kollegiale Fallzahlbegrenzung gerade unterdurchschnittliche, nicht qualitativ ausgerichtete Einzelpraxen am Leben erhalten werden.

Aus der Verweigerung des Nachwuchses Praxisnachfolger innerhalb dieser kleinteiligen, nicht qualitätsorientierten Strukturen zu werden, entsteht jetzt eine von den Ärzten nicht erkannte strategische Marktbereinigung zu Gunsten leistungsstarker fachgleicher Berufsausübungsgemeinschaften. Auf der fachgleichen regionalen Ebene stehen mit externen Experten besetzte Dachorganisationen aus Steuerberatern, Rechtsanwälten, privatärztlichen Verrechnungsstellen, die sich ausschließlich auf die Gründung und Verwaltung gleichartiger unternehmerischer fachgleicher Berufsausübungsgemeinschaften einer Region konzentrieren. Hierbei werden auch Krankenhäuser entsprechende Fachleute kooperativ zur Verfügung stellen. Damit ist ein preiswerter Zugang zum Engpass der Gründung und Betreuung fachgleicher Berufsausübungsgemeinschaften behoben. Diese Dachorganisationen fachgleicher leistungsstarker unternehmerischer Berufsausübungsgemeinschaften werden zunehmend zu einer Konkurrenz zu breit aufgestellten fachgleichen Berufsverbänden. Dort sieht sich im Moment die Mehrheit der mittleren und kleineren Einzelpraxen ohne QM und Leitlinienausrichtung repräsentiert. Diese sind aber nicht in der Lage im zunehmenden Wettbewerb der Krankenkassen um bessere Versorgung und mehr Service die entsprechenden Dienstleistungsangebote zu machen.

Die jetzigen Proteste repräsentieren vielfach den Wunsch nach höherer Vergütung für die bisherigen tradierten Diagnose- und Therapiestrukturen ohne zukünftige gemeinsame elektronische Patientenakte /Schnittstellenvernetzung/Ergebnisorientierte Qm-Systeme und erweiterte Serviceangebot für Patienten an gemeinsamen zentralen Immobilien, die die wohnortnahen Praxisstandorte ergänzen ohne diese abzulösen. Dies gilt nur, wenn man diese zukünftigen Gesundheitsimmobilien als eine Art jeder Arztpraxis zugänglichen erweiterten medizinischen Zentrumsanlage quasi als auch die Patienten versorgende Praxsigemeinschaft versteht.

Der Konzentrationsprozess wird deshalb wachsen, weil weitere Gewinne nur durch eine andersartige Praxiskultur mit höheren Fallzahlen und mit der Erschließung von Wirtschaftlichkeitsreserven im Bereich Arzneimittel und Heil- und Hilfsmitteln möglich sein wird. All dies muss den Arztpraxen, die günstiger arbeiten, zu gute kommen. Dies geht nur, wenn dies auf einer unternehmerischen Struktur sich entwickelt, wo die Beteiligten sich kennen. Breit aufgestellte, eher anonyme Netze können keine Ersparnisse für Krankenkassen gerieren.

Die künftige Inflation beläuft sich wahrscheinlich auf ca. 7 % p.a. Dies sind in 5 Jahren ca. 35 % weniger Kaufkraft bei der Altersversorgung und in der Einnahmestruktur.

Dies kann betriebswirtschaftlich nur dazu führen, dass durch Schichtsysteme Standorte besser genutzt werden, ggf. mit Zugriff auf den Gerätepark von Krankenhäusern und zugleich der Patientenmengendurchsatz - extrem delegativ organisiert - gesteigert wird. Weniger Praxen - aber größere fachgleiche Praxiseinheiten - müssen kostensparend mit mehr Patienten höheren Ertrag erwirtschaften, effizienter behandeln und Medikamente wirtschaftlicher einsetzen.

Sich damit konkret auseinander zusetzen aus dem Gesichtspunkt von Berufsausübungsgemeinschaften und Leistungsträger /Verbünden/Netzen ist Ziel der ergänzenden Veröffentlichung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Strategieberater

H.-J. Schade
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Medizinrecht
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